| Donnerstag 7. August 2003 |
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Wieder war eine Operation angesagt, nochmals lasern. Wieder saß ich bei Freundin A. im Büro, weinte und wünschte meiner Mutter sie möge ruhig einschlafen. Ich ging wieder auf ihre Station, sie sah mich und sagte: du bist wieder da. Jetzt scheute ich keine Tränen mehr vor ihr. Wieder sprach sie vom Filou und vom sterben. Ihre Augen, ihr Gesicht waren gelb. Ich fragte bei den Schwestern ob das Leber und Nieren sei, sie meinte kann auch die Narkose gewesen sein. |
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Unsere Nerven lagen blank, ein falschen Wort und wir reagierten anders als sonst. Wir hatten ein Rad, so dass immer wer bei ihr war. Wir machten uns auch große Sorgen um Papsch. Der Zucker, das Herz. 54 Jahre kann man nicht streichen- schöne Zeiten - Streit - einfach was zu einer normalen Familie gehört. Wir telefonierten mehrmals täglich alle miteinander. Immer wenn jemand im Spital war, wurde Bericht erstattet. |
| Samstag 9. August 2003 |
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Papsch war bei meiner Schwester und wollte anschließen zu uns kommen. Ich fuhr inzwischen ins Spital, als ich in das Zimmer kam, schaute ich auf meine Mutter, irgendetwas war anders. Aber was ? Die Beine, die Hände. Sie hatte viel Wasser bekommen. Die Augen ihre Haut noch immer gelb, also nicht die Narkose, doch die Leber und die Nieren. Ihre Knie waren so stark wie ein Oberschenkel, ihr Handgelenk war von der Uhr und den Namensschild eingeschnürt. Ich holte den Krankenpfleger G., er war ein netter, er band ihr ein neues Schild locker um das Handgelenk, die Uhr nahm ich ihr ab. Als ich sie verlies fuhr ich sofort zu meiner Schwester wo auch Papsch wartete und erzählte vom Zustand unserer Mutter. Papsch fuhr natürlich nicht zu uns, sondern bei der starken Hitze ins Spital. Er war unruhig und nervös. Wir konnten ihn verstehen. |
| Sonntag 10. August 2003 |
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Meine Schwester Flo fuhr zu Mamsch. Sie sagte, sie atmet schon schwer. Zum 1. mal sprach sie über Schmerzen, Flo ersuchte die Schwester um Medikamente für unsere Mutter. Lange musste sie warten bis etwas geschah. Wir wussten, ihre Tage sind ab nun gezählt. |
| Montag 11. August 2003 |
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Als ich in ihr Zimmer kam, lag sie gekrümmt im Bett. Als ich sie fragte, ob sie Schmerzen hätte, nickte sie und sagte im Bauchbereich. Ich legte mich zu meiner Mutter, mein Kopf auf ihrer Brust und wieder einmal habe ich nur geweint. Sie streichelte mich und sagte: mach es mir nicht so schwer, es wird alles gut. Ich sagte ihr, ich weiß das du gehst, aber du sollst dabei keine Schmerzen haben. Dann bin ich raus zu der Ärztin, habe sie fast schreiend gefragt , wenn das ihre Mutter wäre, ob sie da auch so zuschauen würde oder ob sie da nicht anders reagieren würde. Entweder sie hören jetzt auf unsere Mutter zu quälen und noch eine Untersuchung und und , oder ich hole sie noch heute raus. Sie schaute mich an: " sie haben recht " und hat angeordnet " sie bekommt ab sofort eine Art Morphium " gegen die Schmerzen. Ich musste auch bestätigen, dass wenn sie verstirbt nicht mehr reanimiert wird. In diesen Moment kam ich mir vor, als hätte ich das Todesurteil über sie gesprochen. In ihrer Mappe wurde alle vorgesehenen Untersuchungen mit EX gestrichen und darunter DNR geschrieben. Ich ging zurück zu Mamsch, setzte mich zu ihr, hielt ihre Hand und versprach ihr: du hast bald keine Schmerzen mehr. Ich war dabei als sie die erste Injektion bekam. Anschließend musste ich zu Freundin A., ich erzählte ihr davon und sie sagte es ist ok. Komm wir gehen nochmals zu ihr. Als A. vor meiner Mutter sich niederkniete, sie am Mund küsste und sagte: Florence du kannst gehen, wusste ich, sie verabschiedet sich von ihr. Sie sagte mir dann auch, ja Jeannette sie stirbt, sie ist schon am Weg, wie lange noch kann keiner sagen, aber bald. |
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